Simone Keil ...schreibt

Gedichte

Eindrücke

Der wache Glockenturm schlägt mir

die volle Stunde ins Gesicht

und eine graue Taube bricht

sich das Genick, genau um vier.

 

Auf dem Granitsteinpflaster blinken

blutrote, unbedachte Tritte.

Im Brunnen, direkt in der Mitte,

sieht man das falsche Glück versinken

 

um darin unberührt zu sterben.

Ich leg die Hände in den Schoß,

die Sonne brennt erbarmungslos

mein Spiegelbild in Flaschenscherben.

 

Und in den dunstigschwülen Gassen:

verpasste Chancen, die sich finden,

sich zitternd aneinander binden,

um doch letztendlich loszulassen.

 

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